"Werkzeugkoffer" für die Beratung

Um die einzelnen Beratungsschritte sinnvoll zu strukturieren, dem Kulturlandplanberater seine Arbeit zu erleichtern und Inhalte sowie Qualität der Beratung und des Plans zu verbessern, wurden verschiedene Hilfsmittel entwickelt:

  • Fragebögen und Gesprächsleitfäden für das telefonische Erstgespräch, für den Hofbesuch und zur Erfassung von wichtigen betrieblichen Informationen
  •  Kartieranleitung, Feldbögen zur Erfassung von wichtigen Parametern für die Ökologische Standortbestimmung
  •  Die Methodik der Ökologischen Standortbestimmung zur Bewertung der derzeitigen Naturschutzleistungen
  • Die Kulturlandplandatenbank mit zahlreichen Textbausteinen, automatisierten Funktionen und Layoutvorlagen zur schnellen Erstellung des Plans

Ökologische Standortbestimmung

Die Ökologische Standortbestimmung ist die Methodik, die in der Kulturlandplanberatung zur Analyse des Ist-Zustandes verwendet wird. Sie wurde nach den Anforderungen des Kulturlandplans aufbauend auf dem System des Ökologischen Betriebsspiegels von Dr. Rainer Oppermann (Oppermann, R. (2001): Naturschutz mit der Landwirtschaft – Ökologischer Betriebsspiegel und Naturbilanz: Wie naturfreundlich ist mein Betrieb? – Broschüre, herausgegeben vom NABU Baden-Württemberg. Stuttgart/Singen, 56 S.)

Ziel der Ökologischen Standortbestimmung ist es, anhand von nachvollziehbaren Kriterien verschiedene Aspekte von Naturschutzleistungen eines landwirtschaftlichen Betriebes einzuschätzen. Dem Landwirt kann so ein Bild der aktuellen Situation vermittelt werden. Für den Berater ist es ein wichtiges Hilfsmittel, um sich einen möglichst vollständigen Überblick zu verschaffen und schnell die wichtigsten Handlungsfelder zu identifizieren.

Es werden folgende Aspekte betrachtet:

  • Anteil von Strukturelementen:
    • Methodik: Kartierung aller Landschaftselemente, die auf oder angrenzend an die Wirtschaftsflächen des Betriebs liegen, Einschätzung der Flächengröße vor Ort und mit Hilfe von GIS
    • Zielgröße: 5 % Strukturelemente
  • Artenreichtum der Wirtschaftsflächen
    • Bewertung getrennt nach Acker und Grünland
    • Kartierung von Kennarten
    • Werden mindestens vier Kennarten festgestellt, gilt eine Fläche als artenreich
    • Zielgröße: 40 % artenreiche Flächen
  • Extensiv genutzte Wirtschaftsfläche
    • Bewertung getrennt nach Acker und Grünland anhand von Kriterien, die definieren, was als extensive Nutzung anzusehen ist
    • Zielgrößen: Acker: 5 % extensiv genutzte Fläche, Grünland: 20 % extensiv genutzte Fläche
  • Bewirtschaftung und Maschineneinsatz
    • Bewertung getrennt nach Acker und Grünland
    • Verwendung eines Kriterienkatalogs zu umwelt- und naturverträglichen Nutzungsweisen
    • Zielgröße: gewisse Anzahl umwelt- und naturverträglicher Nutzungsweisen
  • Gestaltung der Hofstelle
    • Verwendung eines Kriterienkatalogs
    • Zielgröße: gewisser Anzahl naturnaher oder wildtierfreundlicher Gestaltungselemente

Jeder Bewertungsaspekt wird mit Hilfe von Bewertungsbäumen oder Bewertungstabellen in ein Ampelsystem eingestuft.

Ein Gesamteindruck über die derzeitigen Naturschutzleistungen eines Betriebs ergibt sich aus dem Farbspektrum der Ökologischen Standortbestimmung.

Der Berater interpretiert das Ergebnis in einer textlichen Ergänzung so, dass auch Zusammenhänge und mögliche Ursachen für das Ergebnis für den Landwirt verständlich werden. Die Ökologische Standortbestimmung ist auch die Ausgangsbasis zur Klärung der Handlungspotenziale.